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Das wahre Leben Teil 4
Das man nach so einem Satz hellwach ist, brauche ich wohl nicht näher ausführen, oder?
Während die Frau Nike im Krankenhaus anrief, zog ich mich an und wartete ab, was nun passieren sollte. Ausage war, ab ins Krankenhaus und CTG schreiben lassen. Gesagt, getan. Den Kleinen geweckt und angezogen, alle ins Auto und los ging es. Finn empfand das alles zum Glück als riesen Abenteuer und hatte seinen Spaß, die werdende Mutter rief inzwischen ihre Eltern an, die sich anschließend auf den Weg zu uns machten.
Im Krankenhaus angekommen wurde uns beiden klar, dass es wohl einen Blasensprung gegeben hatte, welches die Ärzte auch bestätigten, sonst aber alles in Ordnung. Herztöne da, keine Wehen, alles fein. Nur nach Hause, das ging nun nicht mehr. So gegen 6 Uhr waren auch meine Schwiegereltern im Krankenhaus und wir besprachen, wie es weitergehen sollte. Da auch ich nichts mehr vor Ort machen konnte und die Mittel zur Einleitung der Wehen viel Zeit brauchen, fuhren wir wieder nach Haus. Finn kam wie gewohnt in den Kindergarten, ich ging ins Büro arbeiten (natürlich auf Abruf) und meine Schwiegereltern hüteten die Wohnung, bzw. holten unseren Wutz vom KiGa ab. Natürlich hatte sich bis dahin nichts getan.
Bei mir tat sich dagegen um so mehr.
Ihr wisst schon, wir hatten ja den 05.08. und den Termin zur Beurkundung. So klärte ich telefonisch ab, was wir machen konnten und siehe da, schnell war eine Lösung gefunden. Ich durfte auch in Vertretung meiner Frau an der Beurkundung teilnehmen, für sie unterscheiben und sie würde den Vorgang nachträglich mit ihrer Unterschrift bestätigen. So hieß es für mich zudem, nicht die ganze Zeit im Krankenhaus bleiben zu können, sondern den Termin um 18 Uhr wahrzunehmen. Im Büro mussten noch die einen oder anderen Dinge deligiert werden, um dann gegen 14 Uhr Feierabend machen zu können. Ab nach Haus, vom Schlafmangel noch keine Spur und nach dem Rechten schauen. Finn genoss die Zeit mit Oma und Opa, ich versuchte mich an einem kleinen Imbiss, doch der richtige Appetit wollte sich nicht einstellen. So fuhren wir alle wieder ins Krankenhaus, wo uns die Beste in Empfang nahm. Keine Wehen, keine Beschwerden, alles toll. Ich berichtete von der Möglichkeit, dass ich den Termin am Abend allein wahrnehmen konnte und so beschlossen wir, das meine Schwiegereltern bei Finn und der Besten blieben und ich mich um kurz nach 16 Uhr auf den Weg nach Hause machen sollte. Wie gesagt, es gab ja noch keine Anzeichen von Wehen, geschweige denn, dass die Mittelchen zur Wehenförderung gewirkt hätten.
Um ca. 16:30 Uhr zu Hause angekommen, machte ich mich noch frisch, zog mich um (ein Haus kauft man ja nicht jeden Tag) und setzte mich ins Auto, um nach Hannover zu fahren. Tja, wie das so ist, laut Verkehrsfunk Stau auf meiner Strecke. Okay, tief durchatmen und rauf auf die Autobahn. Der Weg über die Bundesstrasse hätte auch nichts gebracht, da dort derzeit ein großes Teilstück voll gesperrt ist und man über “Peine, Pattensen, Paris” zu seinem Ziel kommt. Und was soll ich sagen, es hielt sich in Grenzen, der Stau war “nur” zäh fließender Verkehr und der Berufsverkehr in der City von Hannover war überschaubar, als ich dann noch einen Parkplatz direkt vor dem Haus des Notars gefunden hatte, wusste ich, es ist doch mein Tag.
Alle Parteien waren da (sofern nicht mit der Geburt eines Kindes beschäftigt) und es ging alles seinen Gang. Ich war natürlich die Sensation in der Kanzlei. “Werdender Vater” auf Abruf bei einer Beurkundung, kommt nicht so oft vor.
Wie auch immer, Leute, wie haben das Haus! Am 05.08. haben wir einen weiteren Grundstein zu unserer gemeinsamen Zukunft gelegt. Mit den Verkäufern duze ich mich mittlerweile und auch die Übergabe wird entspannt Ende Oktober über die Bühne gehen.
Als ich mich durch den Stau auf dem Rückweg nach Haus gequält hatte (diesmal war es ein satter Stau von knapp 6 km) begrüßte mich mein Junior Fussball spielend mit Oma und Opa draußen auf der Straße. Das er auch bereits seit 4 Uhr in der früh wach war, merkte man ihm nicht an. Natürlich hatte sich seitens unseres kommenden Nachwuchses nichts getan (zum Glück). So blieb nur das warten und warten und warten…
Um ca. 21:30 Uhr schrieb mir die Beste noch eine letzte SMS, dass sich nichts tut und es wohl erst morgen früh weitergehen würde.
Wir wünschten uns eine gute Nacht, ohne zu ahnen, dass mich um 1:08 Uhr ein Anruf wecken würde…
Fortsetzung folgt…
