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Archive für 8.8.2010

Das wahre Leben Teil 5 und Epilog

Das ich müde war, kann man sich denken, dass ich nicht tief geschlafen hatte auch.

Tja, so erreichte mich um 1:08 Uhr der Anruf der Liebsten, dass ich mich auf den Weg machen könnte, es gehe wohl nun los.

Okay, Klamotten angezogen, leise aus dem Zimmer, in dem ich mit dem Junior schlief, kurz meine Schwiegereltern informiert und los. Das Krankenhaus ist in ca. 13 Minuten mit dem Auto zu erreichen und ich bin dort um 1:32 Uhr angekommen, kein schlechter Schnitt oder?

Tja, nur nicht schnell genug für unseren Kleinen. Da sich seine gesamte Geburt mit echten Presswehen auf 6 Minuten beschränkte, hatte ich keine Chance. Als ich im Kreissaal angekommen war, lag er bereits in den Armen der Frau Nike und schlummerte friedlich.

Viel Zeit hatten wir dann nicht mehr zusammen, denn Felix kam zur Beobachtung auf die Säuglingsintensiv und wir blieben glücklich und müde zurück.
Die Liebste wurde anschließend noch unter Narkose gesetzt “um das Haus besenrein” zu hinterlassen (Eltern, speziell die Mütter werden wissen was ich meine) und um 3 Uhr sagte man mir, dass mit meiner Frau alles okay sei. Da sie aber jetzt schlafen würde, könnte ich eh nichts mehr machen und sollte mal lieber nach Haus fahren.
Ich könnte natürlich vorher nochmal zu unseren Sohn und das machte ich auch.

So saß ich also 15 Minuten bei unserem Kleinen an seinem Bettchen, hielt seine Hand, streichelte ihm über das Gesicht und genoss diesen stillen Moment zu zweit. Süß, wie er so da lag, nur mit einem Handtuch zugedeckt unter der Wärmelampe. Kein Brutkasten oder so, nur ein “normales” Intensivstationbettchen. Erst jetzt wurde mir bewusst, wie “klein” er tatsächlich noch ist, wobei leicht es besser trifft…

Um 3:22 Uhr fuhr ich wieder vom Parkplatz, zurück nach Haus, berichtete meinen Schwiegereltern, legte mich anschließend schlafen, um am Morgen (nach dem Wecker klingeln für den KiGa) dem Junior berichten zu können, dass er nun ein “großer” Bruder sei. Ziemlich stolz ging es den Tag auch vor die Tür.

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So trug es sich also zu, dass die Familie 5mal5 innerhalb von zwei Tagen ihr komplettes Leben umgekrempelt hat. Ich sehe uns später schon auf der Terasse sitzen und an diese turbolenten Tage zurückdenken :)

Haus gekauft und nicht mal zwölf Stunden später den zweiten Sohn geboren, ganz schön viel auf einmal, oder?

Und genau aus diesem Grund gab es diesen 5-Teiler.

Nicht nur für euch, auch für mich/uns, um einfach alles irgendwie festhalten zu können, greifbarer zu machen.

Das wahre Leben Teil 4

Das man nach so einem Satz hellwach ist, brauche ich wohl nicht näher ausführen, oder?

Während die Frau Nike im Krankenhaus anrief, zog ich mich an und wartete ab, was nun passieren sollte. Ausage war, ab ins Krankenhaus und CTG schreiben lassen. Gesagt, getan. Den Kleinen geweckt und angezogen, alle ins Auto und los ging es. Finn empfand das alles zum Glück als riesen Abenteuer und hatte seinen Spaß, die werdende Mutter rief inzwischen ihre Eltern an, die sich anschließend auf den Weg zu uns machten.

Im Krankenhaus angekommen wurde uns beiden klar, dass es wohl einen Blasensprung gegeben hatte, welches die Ärzte auch bestätigten, sonst aber alles in Ordnung. Herztöne da, keine Wehen, alles fein. Nur nach Hause, das ging nun nicht mehr. So gegen 6 Uhr waren auch meine Schwiegereltern im Krankenhaus und wir besprachen, wie es weitergehen sollte. Da auch ich nichts mehr vor Ort machen konnte und die Mittel zur Einleitung der Wehen viel Zeit brauchen, fuhren wir wieder nach Haus. Finn kam wie gewohnt in den Kindergarten, ich ging ins Büro arbeiten (natürlich auf Abruf) und meine Schwiegereltern hüteten die Wohnung, bzw. holten unseren Wutz vom KiGa ab. Natürlich hatte sich bis dahin nichts getan.
Bei mir tat sich dagegen um so mehr.
Ihr wisst schon, wir hatten ja den 05.08. und den Termin zur Beurkundung. So klärte ich telefonisch ab, was wir machen konnten und siehe da, schnell war eine Lösung gefunden. Ich durfte auch in Vertretung meiner Frau an der Beurkundung teilnehmen, für sie unterscheiben und sie würde den Vorgang nachträglich mit ihrer Unterschrift bestätigen. So hieß es für mich zudem, nicht die ganze Zeit im Krankenhaus bleiben zu können, sondern den Termin um 18 Uhr wahrzunehmen. Im Büro mussten noch die einen oder anderen Dinge deligiert werden, um dann gegen 14 Uhr Feierabend machen zu können. Ab nach Haus, vom Schlafmangel noch keine Spur und nach dem Rechten schauen. Finn genoss die Zeit mit Oma und Opa, ich versuchte mich an einem kleinen Imbiss, doch der richtige Appetit wollte sich nicht einstellen. So fuhren wir alle wieder ins Krankenhaus, wo uns die Beste in Empfang nahm. Keine Wehen, keine Beschwerden, alles toll. Ich berichtete von der Möglichkeit, dass ich den Termin am Abend allein wahrnehmen konnte und so beschlossen wir, das meine Schwiegereltern bei Finn und der Besten blieben und ich mich um kurz nach 16 Uhr auf den Weg nach Hause machen sollte. Wie gesagt, es gab ja noch keine Anzeichen von Wehen, geschweige denn, dass die Mittelchen zur Wehenförderung gewirkt hätten.

Um ca. 16:30 Uhr zu Hause angekommen, machte ich mich noch frisch, zog mich um (ein Haus kauft man ja nicht jeden Tag) und setzte mich ins Auto, um nach Hannover zu fahren. Tja, wie das so ist, laut Verkehrsfunk Stau auf meiner Strecke. Okay, tief durchatmen und rauf auf die Autobahn. Der Weg über die Bundesstrasse hätte auch nichts gebracht, da dort derzeit ein großes Teilstück voll gesperrt ist und man über “Peine, Pattensen, Paris” zu seinem Ziel kommt. Und was soll ich sagen, es hielt sich in Grenzen, der Stau war “nur” zäh fließender Verkehr und der Berufsverkehr in der City von Hannover war überschaubar, als ich dann noch einen Parkplatz direkt vor dem Haus des Notars gefunden hatte, wusste ich, es ist doch mein Tag.
Alle Parteien waren da (sofern nicht mit der Geburt eines Kindes beschäftigt) und es ging alles seinen Gang. Ich war natürlich die Sensation in der Kanzlei. “Werdender Vater” auf Abruf bei einer Beurkundung, kommt nicht so oft vor.

Wie auch immer, Leute, wie haben das Haus! Am 05.08. haben wir einen weiteren Grundstein zu unserer gemeinsamen Zukunft gelegt. Mit den Verkäufern duze ich mich mittlerweile und auch die Übergabe wird entspannt Ende Oktober über die Bühne gehen.

Als ich mich durch den Stau auf dem Rückweg nach Haus gequält hatte (diesmal war es ein satter Stau von knapp 6 km) begrüßte mich mein Junior Fussball spielend mit Oma und Opa draußen auf der Straße. Das er auch bereits seit 4 Uhr in der früh wach war, merkte man ihm nicht an. Natürlich hatte sich seitens unseres kommenden Nachwuchses nichts getan (zum Glück). So blieb nur das warten und warten und warten…

Um ca. 21:30 Uhr schrieb mir die Beste noch eine letzte SMS, dass sich nichts tut und es wohl erst morgen früh weitergehen würde.
Wir wünschten uns eine gute Nacht, ohne zu ahnen, dass mich um 1:08 Uhr ein Anruf wecken würde…

Fortsetzung folgt…

Das wahre Leben Teil 3

So, nun stand er also fest, der Termin, der unsere Familiensituation zusätzlich ändern sollte. Wie das so ist, man witzelt hier und da und macht Scherze, das unser Kleiner doch bitte bis nach dem 05.08. sich gedulden soll.
Wahrscheinlich haben wir einfach zuviel davon gesprochen.
Egal, ein weiteres Ereignis stand an, mein Geburtstag. Es wurde ein toller Tag mit meinen Beiden und den Tag drauf kam meine gesamte Familie zu Besuch. Es wurde geplaudert, gegessen, über die Möglichkeiten eines eigenen Hauses diskutiert. Also was man machen sollte, was nicht, etc.
Vor dem Kaffee sind wir alle spazieren gegangen, natürlich auch unser Objekt der Begierde betrachten und der Familie zumindest mal von außen zeigen.
Alle waren begeistert (wie wir) und auch von dem Umfeld überzeugt. Keines der Häuser in der Nachbarschaft hat mehr als zwei Etagen, hinter dem Grundstück ist ein Grünstreifen mit Rad- und Fussweg, dahinter nur Reihenhäuser. Unser Stammspielplatz seit Finns Geburt liegt keine drei Fussminuten entfernt, zum Kindergarten ist es nicht weiter als zuvor und wenn man dem Straßenverlauf folgt und kurz in eine Seitenstrasse anbiegt, sieht man bereits die Grundschule.
Mit diesem guten Gefühl gingen wir alle zurück, tranken Kaffee, genossen den Kuchen und den Nachmittag im Kreise der Lieben. Irgendwann Abends lag unser Kleiner völlig erschlagen vom Tag im Bett und wir zwei gönnten uns auf dem Sofa noch einen kleinen Snack. Und schwupps… plötzlich zitterte ich am ganzen Körper, konnte mich kaum auf den Beinen halten und entschied mich spontan dafür, unter der Decke auf dem Sofa zu bleiben.
Mir wurde heiß und kalt, der Schweiß lief mir in Strömen und ich weiß nicht, wen es in dem Moment mehr erschrocken hat, mich oder die Frau Nike. Von einem Moment zum nächten hatte ich auch Kopfschmerzen und fühlte mich ziemlich elend.
Die Nacht verbrachte ich unter Decken auf dem Sofa, da ich einfach nicht schlafen konnte. Nassgeschwitzt und total übermüdet, fand und suchte ich dann noch mehrfach die Toilette auf (keine Details), um irgendwann Montagmorgen gegen sechs Uhr einzuschlafen. Geschlafen habe ich bis knapp fünfzehn Uhr, fühlte mich aber kein bißchen besser. So ging es abend noch zum Arzt und siehe da… Virusinfekt. Der Arzt war aber zuversichtlich, dass ich bereits am Dienstag schon Besserung verspüren sollte. Er sollte nicht irren, auch wenn sich diese erst nach viel Schlaf am Nachmittag einstellte. Bereits am Mittwoch saß ich wieder im Büro, nen bißchen weiß um die Nase, aber soweit fit.
Den Mittwochnachmittag haben wir bei angenehmen Wetter genießen können und auch die Rückmeldung von Frau Nike nach dem Besuch beim Frauenarzt war mehr als entspannt, denn es tat sich noch so rein gar nichts. Keine Wehe auf den CTG, dem Kleinen in ihrem Bauch ging es prächtig und er hatte ja auch noch ein wenig mehr als eine Woche Zeit. Wie immer gingen wir so gegen 22:30 Uhr schlafen, voller Vorfreude auf den wichtigen Termin am Donnerstagabend um 18 Uhr, der unsere Wohnsituation für immer verändern sollte.

Morgens, am 05.08., um kurz nach 4 Uhr, weckten mich die folgenden Worte, die du als werdender Vater nicht unbedingt hören möchtest: “Schatz, wach auf, ich habe Blutungen!

Fortsetzung folgt…

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