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Und dann war da noch…
Und dann war da noch unser erstes Weihnachten mit zwei jungen Katzen. Unsern alten Kater hat dieses ganze BlingBling, Deko hier, Sternchen dort völlig kalt gelassen. Okay, die haben nen Weihnachtsbaum, Hauptsache ich bekomme was zu fressen und darf mich hier in eine Ecke legen.
Naja, wie man sich das so von alten gesetzteren Herren vorstellt.
Aber dieses Jahr… Holla, da ging die Post ab.
Wie? Herrchen und Frauchen haben was dekoriert, Yeah!! Lass es uns gemeinsam herunterreißen. Was? Da glitzert was? Genial, das ist bestimmt zum spielen gedacht usw.
Naja, kleine Kinder halt, dazu gerade im Flegelalter, was will man da erwarten?
So blieb uns also zum einen immer und immer wieder NEIN zu sagen, rufen , schreien und Dinge auf eine Verlustliste zu schreiben. Und wie bei echten Kindern verlieren die Dinge ihren Reiz, wenn sie erstmal jeden Tag am selben Platz stehen (oder zumindest stehen sollten).
So wagten wir das Experiment: Weihnachtsbaum 2009!
An Heilig Abend obliegt es mir, zusammen mit dem Christkind, den Baum aufzustellen und zu schmücken. Also stellte ich alles dafür bereit, ließ unsere beiden Racker den am Boden liegenden und noch im Netz befindlichen Tannenbaum beschnuppern und beklettern.
Ich konnte es an ihren kleinen blitzenden Augen sehen…. Natur! Echte Natur und dazu noch in unserem Revier. Lobpreiset den Weihnachtsmann und seine gesamte Folgschaft und dem Typen hier, der das Ding immer noch nicht aus seinem Netz befreit hat.
Mit diesen Gedanken beförderte ich die beiden vor die Wohnzimmertür und verschloss diese. Die Beste und unser Junior verweilten beim Kindergottesdienst und ich war spät dran, mit dem Kumpel Christkind den Baum aufzustellen… und zu schmücken.
Dieses Jahr musste ich den Stamm ein wenig kürzen, dummerweise hatte ich meine Säge nicht gleich parat und auch das Christkind schaute mich fragend an. Egal, fünf Minuten suchen, dann sägen, anschließend den Baum aufstellen. Jepp, passt, wackelt NICHT und steht gerade. Ich klopfte mir und Kumpel Christuskind auf die Schulter.
Nun noch das schmücken mit viel selbstgebastelten Dingen. Anhänger aus Salzteig, Walnüsse, Glitzerketten, ich bekam strahlende Augen und ergänzte das Sortiment um Lichterkette, Kugeln, und was so da war. Gemeinsam gingen wir drei Schritte zurück um unserer Halbestundewerk zu betrachten und Ja, wir hatten es vollbracht. Der Baum sah toll aus, passte wunderbar an seinen Platz und bekam zur Krönung seinen Stern als Christbaumspitze verpasst.
Hmm, was fehlte, außer meinen beiden? Richtig, kein Katzentier weit und breit. Ach stimmt ja, die lungerten ja noch vor der Wohnzimmertür herum…. dachte ich. Erschöpft vom schmollen und grummeln hatten sich beide schlafen gelegt und waren selbst dann nicht zum aufstehen zu bewegen, als es wieder an der Tür klingelte. Herr Weihnachtsmann brachte die Geschenke, as ein paar von unseren selbstgebackenen Keksen und spülte den Rest mit einem Glas Milch herunter. Kaum war er entschwunden, klilngelte es erneut. Meine beiden kamen vom Gottesdienst zurück. Die Katzen schliefen weiterhin. so konnten wir Bescherung feiern, zu Abend essen und uns gemütlich auf unser Sofa setzen. Klingt zu schön um wahr zu sein? Nein, lieber Leser, da muss ich dich enttäuschen, genau so war es …eben bis zu diesem Moment. Zuerste kam schlaftrunken Tiger ins Wohnzimmer, beschnupperte die Geschenke, den Baum und besah sich den Baumschmuck. Fertig, Ende, gut.
Keine fünf Minuten später kam Fergie herbei. Kein schnuppern, kein beschauen, sondern ran an das gute Stück. Hier glitzert doch eine Kugel, dort hängt und wackelt was, dazu noch ein echter Naturbaum im Zimmer, so muss Weihnachten sein.
Katzenfreunde mögen mich nun belächeln, ob meiner Reaktion darauf. Ein Nein hat hier ausgedient und ein lauteres NEIN wird ignoriert (Eltern kennen das übrigens auch). Nun gibt es eine Sache, die Eltern und Katzenbesitzer in ihrer Erziehung unterscheidet. Eltern ermahnen, erklären und lassen im Bedarfsfall (Achtung geflüstert, Kinder könnte mitlesen) eine kleine Erpressung über die Lippen kommen. Die Variationen sind dort vielfältig. Verbot der Lieblingsserie, der Klassiker “Ab auf dein Zimmer“, oder passend zur Jahreszeit “Der Weihnachtsmann kann die Geschenke auch wieder abholen“.
Katzenbesitzer dagegen, sind dieses Methoden völlig egal. Erklären befriedigt nur das eigene Ego, sofern die eigene Katze überhaupt darauf reagiert. Rufen, schreien und ermahnen geht Katzen im allgemeinen und im speziellen im Flegelalter am Katzenpopo vorbei. Darum mögen wir diese Vierbeiner ja, sie “haben ihren eigenen Kopf“, nicht wie der vermeindlich beste Freund des Menschen, der sich in sein Rudel integriert und sich seinem Herrchen und Frauchen unterwirft. Katzen sind stolz, Katzen sind stur und Katzen sind wunderbare Geschöpfe (meistens).
So liebe Katzenfreunde, einige von euch werden nun den Kopf über meine Maßnahme schütteln, andere werden zustimmend nicken.
Was hilft bei einer Katze, die in den Baum springen will, die jede Weihnachtsbaumkugel als Spielzeug sieht und evtl. schon fast an der Baumspitze sitzt?
Richtig! Die gute alte Wasserspritze, oder in meinem Fall die Wasserpistole vom Junior! (Wie ich dem jedoch erkläre, dass nur ich oder Mama die Katzen nassspritzen dürfen, geschweige denn, dass wir außerhalb der Badewanne die Wasserpistole benutzen, steht auf einem anderen Blatt Papier).
Zurück zu unseren beiden Strategen, die nun erstmals in ihrem jungen Leben mit Wasser bespritzt wurden. Und damit meine ich nur bespritzt, die Erfahrung “Baden im Aquarium” und “ich komme mal mit unter die Dusche” hatten wir schon.
Was soll ich sagen? Es war ein Erfolg.
Mittlerweile nenne ich mich nicht ohne einem gewissen Stolz in der Stimme “Mr. Water Pistol“, denn es funktioniert auch ohne Wasser. Ich brauche nur noch das Geräusch der Wasserpistole imitieren und es wird der Baum in Ruhe gelassen.
Das spart zum einen Wasser, zum anderen Erklärungsversuche gegenüber unseres Juniors. Mit anderen Worten, der Baum steht noch, Experiment Weihnachtsbaum 2009 ist gelungen und jeder hat seine Lektion gelernt.
Die Katzen, dass nicht alles zum spielen und klettern ist, der Junior, das seine Eltern manchmal komische Menschen sind und ich, das meine Stimme wie eine spritzenden Wasserpistole klingt.
Na das sind mal gelungene Weihnachtstage
